Berlins beliebteste Flaniermeile

Der Kurfürstendamm – von den Berlinern auch liebevoll „Ku-Damm“ genannt – ist die bekannteste Einkaufs- und Flaniermeile Berlins. Die 3,5 Kilometer lange Prachtstraße mit den breiten Gehwegen erstreckt sich im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf vom Rathenauplatz am westlichen Ende bis zum Breitscheidplatz mit der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am östlichen Ende. Dort geht der beliebte Boulevard in die Tauentzienstraße über, wo sich das legendäre Kaufhaus des Westens, kurz KaDeWe, befindet.

Angelegt wurde der Kurfürstendamm um 1542 als Dammweg vom Berliner Stadtschloss zum Jagdschloss Grunewald. Er diente dem Kurfürsten Joachim II. zunächst als Reitweg. Erst 1886 wurde die Straße fertig ausgebaut und entwickelte sich Stück für Stück zum Boulevard.

Die Glanzzeiten des Kurfürstendamms begannen Ende des 19. Jahrhunderts, als er nach einer Idee Fürst Otto von Bismarcks nach dem Vorbild des Champs-Elysées in Paris zum Prachtboulevard ausgebaut wurde. Mit seinen bekannten Kneipen, Bars, Varietés und Theatern wurde der Kurfürstendamm zum Inbegriff der „Goldenen Zwanziger Jahre“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der einst so schillernde Boulevard zur Einkaufs- und Geschäftsstraße. Heute ist der Kurfürstendamm mit einer Verkaufsfläche von mehr als 200.000 Quadratmetern der mit Abstand größte und umsatzstärkste Einzelhandelsstandort in Berlin. Modeketten, Schmuckgeschäfte, Luxusboutiquen und Flagship-Stores prägen das Straßenbild ebenso wie zahlreiche Bars, Restaurants und Kinos.

Die neueste Attraktion für Berliner und Touristen ist das neue Einkaufszentrum „Bikini Berlin“, das nach drei Jahren Bauzeit am 03.04.2014 seine Pforten geöffnet hat. Das sogenannte Bikinihaus liegt im Herzen der Berliner City West, unweit der Gedächtniskirche und des Bahnhof Zoo. Den Spitznamen erhielt das Gebäude wegen seines offenen Zwischengeschosses, das an einen zweiteiligen Badeanzug erinnerte. Nach den Umbauarbeiten ist dieses Geschoss allerdings verglast.

Die Geschichte des Kurfürstendamms hält unfassbar viele Überraschungen bereit. Nicht nur das bunte, quirlige und teilweise exzentrische Leben prägt den beliebten Boulevard. Er hat auch fürchterliche Gräueltaten erlebt. Unter den früheren Bewohnern waren viele jüdische Berliner, die während der Naziherrschaft ermordet oder vertrieben wurden. Stolpersteine rund um den Kurfürstendamm erinnern an das Schicksal dieser Menschen.

Den Ku-Damm zum Nachlesen gibt es in diesem Buch: „Von Haus zu Haus am Kurfürstendamm. Geschichte und Geschichten über Berlins ersten Boulevard“, Herausgeber: Museum Charlottenburg-Wilmersdorf, text.verlag edition Berlin.

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Text & Foto: Marion Treche
http://www.mariontreche.de/

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