Klein aber fein – der Fritz-Schloß-Park in Berlin-Moabit

Er entstand als Trümmerberg nach dem Zweiten Weltkrieg – wie so viele Parks in Berlin, die sich auf einer kleinen Anhöhe befinden.

Wunderschön ist er, dieser kleine Park! Nichts erinnert mehr an das ehemalige Militärgelände, das sich früher dort befand. Ist ja auch schon sehr lange her! Auf verschlungenen Wegen und Pfaden wandelnd kann man wunderschöne und bizarr geformte Bäume betrachten. Ab und zu laden Bänke zum Verweilen ein; doch wenn Sie sich sportlich betätigen möchten, können Sie den 1,1 km langen Rundweg zum Joggen nutzen. Er ist erkennbar am roten Bodenbelag, und entlang des Weges kann man nach jeweils 50 Metern die Strecke an Entfernungssteinen ablesen.

Zudem finden Sie dort Fitnessgeräte, zum Beispiel diese beiden Trampoline. Hier können Sie sich – mit Blick auf den kleinen Birkenhain und die dahinter aufragenden Türme des Kriminalgerichts an der Turmstraße – nach Herzenslust körperlich austoben.

Das Kriminalgericht, ein beeindruckender historischer Bau, kann übrigens besichtigt werden (Turmstr. 91). Hier wurde unter anderem der Fall des Hauptmanns von Köpenick verhandelt und auch der Prozess gegen Erich Honecker und Erich Mielke geführt.

Das Kriminalgericht ist ein großer Gebäudekomplex, hinter dem die Justizvollzugsanstalt Moabit liegt (Alt-Moabit 12a). Auch dieses Gebäude ist historisch und steht unter Denkmalschutz. Während der Zeit des Nationalsozialismus waren dort viele Oppositionelle inhaftiert (u. a. Ernst Thälmann, Annedore Leber – die Frau des Widerstandskämpfers Julius Leber – sowie Herschel Grünspan).

Der Park kann ganz umrundet oder auch kreuz und quer erschlossen werden. Es gibt zwei Anhöhen. Eine davon wird im Winter gern als Rodelbahn genutzt, im Sommer als Liegewiese. Die zweite Anhöhe hat drei Zugänge: über einen Weg sowie über eine kleinere und eine größere Treppe. Es gibt viele lauschige Eckchen, und obwohl der Park mitten in der Stadt unweit des Hauptbahnhofs liegt, strahlt er eine friedliche Ruhe aus. Obwohl er zu jeder Jahreszeit viel von den Moabitern genutzt wird, ist er dennoch ein kleiner Geheimtipp, weil er nie überlaufen ist.

Benannt wurde der Park nach Fritz Schloß, dem ersten Bürgermeister des Bezirks Tiergarten nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf der größeren Anhöhe findet sich ein Steindenkmal für Fritz Schloß, das von zahlreichen Bänken umrundet ist, die zum Verweilen einladen.

Ganz in der Nähe des Parks befindet sich das Sportgelände Poststadion (wo in den 30er Jahren viele wichtige Fußball-Nationalspiele stattfanden), ein Hallenbad und ein ehemaliges Freibad, auf dessen Gelände jetzt ein Wellnessbad gebaut wird.

Am Fuße des Parks Richtung Turmstraße befindet sich ein Minigolfplatz mit Café-Pavillon und öffentlichen Toiletten. Dort in der Nähe ist auch das Denkmal für die Trümmerfrauen: „Den Notstandsarbeitern zum Dank“.

Der Park liegt zwischen der Rathenower Straße, Kruppstraße, Seydlitzstraße und der Lehrter Straße, letztere geht direkt vom Hauptbahnhof ab.

_____________________________
Text & Foto: Zuzana Hessler

Leave a Reply