Verstecktes Schätzchen zwischen den Gleisen: Natur-Park Schöneberger Südgelände

Der Insulaner, ein 78 Meter hoher Trümmerberg im Bezirk Schöneberg, ist vor allem wegen der Wilhelm-Foerster-Sternwarte auf dem Gipfel und des Planetariums an seinem Fuß bekannt. In direkter Nachbarschaft gibt es aber noch ein weiteres lohnendes Ausflugsziel: den Natur-Park Schöneberger Südgelände.

Auf einer Fläche von 18 Hektar findet sich direkt an der S-Bahn-Trasse eine einzigartige Mischung aus verfallenden Industrieelementen, Natur und Kunstobjekten. Früher verliefen hier zwei Eisenbahntrassen, außerdem befanden sich auf dem Gelände ein Rangierbahnhof und ein Bahnbetriebswerk. Als in den 50er-Jahren der Anhalter Bahnhof geschlossen und alle anhängenden Fernlinien abgebaut wurden, verfielen die Anlagen allmählich und die Natur eroberte sich den Ort zurück.

Nachdem die Pläne für den Bau eines neuen Güterbahnhofs auf dem Gelände endgültig vom Tisch waren, begann man in den 90er-Jahren mit der Umgestaltung zum Naturpark. Inzwischen steht der Park teilweise unter Naturschutz und zeichnet sich u. a. durch seine artenreiche Flora und Fauna aus. Im Naturschutzgebiet führt der Weg erhöht über den Boden, damit er die Landschaft nicht zerschneidet und die Bodenbewohner nicht gestört werden.

 

Überall im Park sind noch alte Bahnanlagen zu sehen, etwa eine Dampflok, eine alte Drehscheibe und immer wieder Schienen, durch die heute schlanke Birken und andere Bäume wachsen.

 

 

 

 

Neben verschiedenen festen Kunstinstallationen, für die wiederum alte Bahnelemente verwendet wurden, ist am Rand des Parks ein Mauer- und Tunnelstück für Graffiti freigegeben. Hier finden sich immer wieder neue, teilweise überraschende Kunstwerke.

 

 

 

Der Park ist über drei Eingänge zu erreichen, am bequemsten direkt vom S-Bahnhof Priesterweg aus. Er ist täglich von 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Der Eintritt kostet 1 Euro, Kinder bis 13 Jahre bezahlen nichts. Weitere Informationen unter http://www.gruen-berlin.de/parks-gaerten/natur-park-suedgelaende/.

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Text & Fotos: Susanne Schmidt-Wussow
www.schmidt-wussow.de

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